Peter Endrulat wurde am 10.8.1954 in Weidenau/Siegerland geboren und hat Fussballgeschichte geschrieben. Er ist bis heute der einzigste Bundesligatorhüter geblieben, der in einem Meisterschaftsspiel zwölf Gegentore eingeschenkt bekam.
Peter begann in der Jugend des VfB 07 Weidenau mit dem Fussballspiel. Ursprünglich als Mittelfeld- oder Angriffsspieler. Doch seine Reaktionsschnelligkeit ließ ihn bald zwischen den Torpfosten stehen. Seine Trainer und Betreuer waren überzeugt, dass hier ein Torwarttalent heranwächst. Seine konstant guten Leistungen wurden überregional bekannt und weckten die Begierde von größeren Vereinen. So verpflichtete ihn der FC Schalke 04 im Jahre 1973. Peter war hinter Norbert Nigbur der “zweite” Torwart im Bundesligakader der Königsblauen.
Doch er konnte sich vorerst in der 1.Bundesliga nicht durchsetzen. So wechselte er ab der Saison 1975/76 in den Fussballkreis Recklinghausen und ging an den ”Stimberg” zur SpVgg Erkenschwick. Diese spielte zu der Zeit in der 2.Bundesliga/Gruppe Nord. Mit den Schwarz-Roten erzielte er 29-47 Punkte und 45-69 Tore. Dies reichte nicht zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga/Gruppe Nord. Entscheidend für den Abstieg in die Amateuroberliga Westfalen war die 0-2 Auswärtsniederlage bei Wacker 04 Berlin. Diese konnten sich dadurch mit zwei Punkten Vorsprung noch retten. Das letzte Punktspiel in der 2.Bundesliga/Gruppe Nord erbrachte für Peter am 13.6.1976 noch einen 4-3 Heimsieg gegen Union Solingen. Es war der Tag, an dem auch Erkenschwick’s Ikone Kalla Seidenkranz offiziell verabschiedet wurde.
Der Torhüter wechselte anschließend wieder in die 1.Bundesliga, und zwar zu Borussia Dortmund an den Borsigplatz. Hier schrieb er sowohl für Dortmund als auch den Bundesligafussball generell am 29.4.1978 Geschichte. Es stand die Entscheidung zur Deutschen Fussballmeisterschaft zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach an. Die Gladbacher “Fohlen” deklassierten Borussia Dortmund mit 12-0 Toren. Der 1. FC Köln gewann zeitgleich mit 5-0 beim FC St.Pauli und holte sich die Meisterschaftsschale.
Fachzeitschriften ebenso wie die meisten aktiven Spieler attestierten Peter Endrulat eine “gewisse Unschuld” an den zwölf Gegentoren. Doch das Ergebnis stand auf der Anzeigetafel im Düsseldorfer Rheinstadion. Hierhin war Mönchengladbach zum letzten Bundesligaspiel ausgewichen. Die meisten schwarz-gelben Abwehrspieler nannten ihren Torwart die “ärmste Sau” auf dem Platz, denn er konnte das Debakel tatsächlich nicht verhindern.
Solch eine Niederlage wirft dennoch einen Schatten auf den Torwart. Die Dortmunder transferierten ihn für die Saison 1978/79 zu Tennis Borussia Berlin. Mit den “Veilchen” erzielte er unterschiedliche Erfolge. Kurz vor Beendigung seiner Fussballerlaufbahn trug er noch die Vereinsfarben vom SC Charlottenburg Berlin. Danach zog er sich in seine Heimat, das Siegerland, zurück. In der Saison 1995/96 spielte er in seinem 41. Lebensjahr noch im Tor bei den Amateuren des SV Eintracht Haiger. Mit diesen stand er einmal im Endspiel um die hessische Amateurmeisterschaft.
Er wurde oft gefragt, warum er noch so lange zwischen den Torpfosten stand. Seine verschmitzte Antwort: ”Ich habe immer die Hoffnung, es käme noch ein anderer, der sich mehr als zwölf Dinger reinhauen lässt!” So hat Peter zu einem “unvergessenen Moment” in der Fussballhistorie der Bundesliga ungewollt beigetragen.
Auf seine Erkenschwicker Zeit angesprochen antwortete er einmal sinngemäß: ”Dort ging es selbst ansatzweise nicht profihaft zu, aber das sportliche und kameradschaftliche Miteinander machte das alles wieder weg.”
Seine Fussballbilanz als Torwart:
7 Spiele, 1. Bundesliga (FC Schalke 04 / Borussia Dortmund)
63 Spiele, 2. Bundesliga (SpVgg Erkenschwick / Tennis Borussia Berlin)
25 Spiele, AOL Berlin (SC Charlottenburg)
30 Spiele, VL Hessen (SV Eintracht Haiger)
- Gerd Böttcher -





